An Gong
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Neija im sozialen Beruf

安  Ân    (beruhigen, stabilisieren, friedlich, gesund)

工 Gong (Arbeit)

Die Schriftzeichen An und Gong charakterisieren den Inhalt meines privaten Projektes: die Welt der inneren Kampfkünste mit der Lebenswirklichkeit sozialer Berufe zu vereinbaren. 

1. Eine Neija verbindet, kurz gefasst, QiGong und Kampfkunst.

Die inneren Künste sollen den Menschen in seinem Leben unterstützen und bereichern.

Jedoch nicht alle Menschen haben oder nehmen sich die Zeit, eine traditionelle Neija in ihrer vollen Breite zu praktizieren.

An Gong ist ein System, dass darum bewusst wenige ausgewählte Ideen und Elemente in Synergie verbindet.

Es ist konsequent vom Alltag her gedacht und aufgebaut, verwendet aber eine traditionelle Didaktik.

Anwendung ist eine wichtige Methode der Schulung von Körper und Geist.

Verinnerlichtes wird jedoch ab einer bestimmten Wiederholungsrate vom Körper unter Stress reflexhaft abgerufen. 

Daher ist es wichtig, welche Bewegungen und Ideen man anbietet, lernt und verinnerlicht.




2. Dies betrifft besonders Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten.

Denn für sie sind Überlastung, Stress, Übergriffe und Gewalt häufige Realität, sie haben dadurch eine hohe Wahscheinlichkeit, dass ihr Körper reflexhaft reagiert.

Die Notwendigkeit sich zu schützen ist für sie durchaus gegeben, aber ihre Möglichkeiten dazu unterliegen besonderen Vorgaben, da sie in vielen Fällen mit schutz- und hilfebedürftigen Menschen arbeiten.

Sie befinden sich dadurch per se moralisch in einer erklärenden und rechtfertigenden Rolle, welche eine sachliche, fallorientierte Analyse von Ereignissen oft erschwert.

3. Welche Aufgaben hat eine Neija für soziale Berufe?

Wie übe ich trotz unregelmäßigem Schichtdienst? Wie schnell erkenne ich meine Grenzen? Wie schone ich meine Gesundheit?  Wie bleibe ich handlungsfähig? Wie verhindere oder reduziere ich negative Begegnungen? Wie wirke ich auf der Beziehungsebene weder als Opfer noch als Täter?

An Gong findet Antworten auf diese Fragen in den traditionellen inneren Künsten und verbindet diese.

Das Rad wird dabei nicht neu erfunden, aber angepasst. Es ist ein kleines Rad für oft schmale, steinige und steile Pfade.


4. An Gong deckt dabei nicht alle denkbaren Situationen ab, jedoch einige so, dass ihnen verlässlich begegnet werden kann.

Warum diese Selbstbeschränkung?

Ein Dutzend und mehr sinnvoller Einzeltechniken, die nicht oft genug wiederholt werden, bleiben ungenutzt.

An Gong denkt auch weniger in konflikthaften wenn-dann- Szenarien und Eskalationsstufen, es stellt den Praktizierenden in den Mittelpunkt seiner vielschichtigen und wechselhaften Situationen - als ganzen Menschen.

Gewohnheiten verschmelzen zu einem Verhaltensmuster, dass in verschiedenen Situationen verschiedene Aufgaben erfüllt.